Oluf Høst wurde am 18. März 1884 in Svaneke auf Bornholm geboren. 1906-1915 besuchte er verschiedene Kopenhagener Kunstschulen, hierunter die Kunsthochschule und die Schule des Malers Harald Giersing. Durch Giersing, der zur künstlerischen Avantgarde seiner Zeit gehörte, vertiefte er seine Kenntnisse der europäischen Kunst, nicht zuletzt vom Expressionismus, der als Grundrichtung der Schule galt.
Für Høst war Cézanne die Person mit dem größten Einfluss auf den eigenen künstlerischen Werdegang. Cézanne galt als unangefochtenes Vorbild in künstlerischer Hinsicht, obwohl Høst stets den großen Unterschied zwischen ihren Werken betonte. Dieser Unterschied beruhte nach Auffassung von Høst auf den sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, die ihr jeweiliges Umfeld kennzeichneten. Dies bedeutete, dass Høst durch das Gefühl geprägt war, in einer skandinavischen Tradition tief verwurzelt zu sein. "Wir haben den Wechsel der Jahreszeiten, die weißen Nächte, den ganzen Zauber, mit dem wir zurande kommen müssen, während Cézanne in einer Gegend zu Hause war, in der es im Grunde genommen kein Wetter gab, denn die Wetterlage war immer die gleiche."
Im Jahre 1929 kehrte Høst nach Bornholm zurück. Hiermit konnte er endlich die Motive schildern, die ihn begeisterten und denen er sein Leben lang treu blieb. Der Ausblick auf das Fischerdorf Gudhjem, die Heringsräuchereien, die Johannisfeuer, dramatische Großfeuer und nicht zuletzt Bognemark sind seine immer wiederkehrenden Motive. Die Kate Bognemark, ganz oben auf der Felspartie über Norresân gelegen, war bereits Ende der zwanziger Jahre zum Hauptmotiv geworden. 1935 erwarb Høst das Anwesen und richtete hier sein zweites Atelier ein.
Oluf Høst heiratete 1913 seine Kommilitonin Hedvig Wiedemann. Aus der Ehe gingen die beiden Söhne Ole und Niels hervor. Allmählich bauten sie eine häusliche Gemeinschaft auf, deren Nähe viele zeitgenössische Intellektuelle suchten, u.a. der Dichter Otto Gelsted, der oft hier zu Gast war. 1943 starb der ältere Sohn Ole an der Ostfront in der Nähe der russischen Kleinstadt Barwenkowo. In den Jahren danach malte Høst viele Bilder, die den Ausblick von Bognemark aus Richtung Barwenkowo zeigten
Von Bognemark aus hat man bei heiterem Wetter Ausblick über die Salene-Bucht bis zur schwedischen Küste. Der Hof ist in der Ost-West-Achse gelegen, woraus sich der berühmte Sonnenuntergang durch die Hofeinfahrt ergibt. Høst befasste sich jahrelang mit diesem Motiv und variierte dabei die den Flügeln und Dächern des Hofes innewohnende Stofflichkeit – bei Kontrastierung mit den von der Toröffnung aus gesehenen Strahlen der untergehenden Sonne – und zwar in allen auch nur denkbaren Kombinationen. Themen wie Schweineschlachten sowie der Kuhstall und die Heuhaufen vor dem Anwesen gehören aber ebenfalls zur Motivwelt der vielen Schilderungen von Bognemark
Høst galt bereits in den dreißiger Jahren als ein anerkannter Künstler, zumal ihm mehrere Ehrungen zuteil wurden. U.a. bekam er 1933 die Eckersberg-Medaille verliehen, bei der es sich um die höchste Auszeichnung handelt, die einem dänischen Maler zuteil werden kann. Er war seit 1926 Mitglied der Kopenhagener Ausstellungsgemeinschaft „Den Frie Udstilling", es konnte aber Jahre verstreichen, ohne dass er an deren Ausstellungen teilnahm, denn es fiel ihm nicht leicht, sich von seinen Bildern zu trennen. Oft brachte er Pinsel und Farben mit zur Ausstellung, um den Gemälden den letzten Schliff zu geben. Dies hat er auch bei Bildern, die sich bereits im Privatbesitz befanden, getan, indem er bei den Besitzern erschien, um an einem Bild zu ändern oder ein Bild zwecks „Fertigstellung" zurückzukaufen. Häufig waren in seinem Atelier viele – bis zu 50 – Gemälde in Ausführung befindlich, d.h. Gegenstand von Überlegung und ständiger Überarbeitung.
Zeit seines Lebens verfasste Høst mehr als 1.500 Tagebücher, denen mit aller Deutlichkeit die beißende Scharfzüngigkeit, Selbstironie und Subtilität zu entnehmen ist, die die Einstellung des Malers zu sich und seinem Umfeld kennzeichnete.
"Menschen, die eine Abneigung gegen Neger und Filme haben und finden, dass Zement hässlich ist, sind für mich wie vom andern Stern." "Ich brauche unbedingt die einfachen Leute sowie die Einsamkeit der Natur und das Gefühl, sprachlos und trotzdem innig mit ihr verbunden zu sein."